Fachbereich Gynäkologie
Dysplasie-Sprechstunde
Aufgabe dieser Sprechstunde ist es, bei Vorliegen eines auffälligen Zellabstriches mit Verdacht auf Zellveränderungen im Bereich des Muttermundes, sowie bei Hautveränderungen des Scheiden- und äußeren Genitalbereiches der Frau (z.B. Feigwarzen u.ä.) eine erweitere Diagnostik, Therapieplanung und Verlaufskontrolle durchzuführen.
Bei einem auffälligen Zellabstrich handelt es sich in den allermeisten Fällen nicht um eine Krebserkrankung, sondern um Zellveränderungen (Dysplasien). Diese Zellveränderungen unterteilt man in leichte, mittlere und schwere Dysplasien, die als Krebsvorstufen zu werten sind. Sie können möglicherweise bei Nichttherapie nach Jahren in eine Krebserkrankung übergehen, sind jedoch mit geeigneten Therapie-Methoden nahezu immer heilbar.
Die meisten Zellveränderungen stehen im Zusammenhang mit einer HPV (Humanen Papillomaviren) -Infektion. Das relativ häufige Vorliegen einer Infektion mit HPV ist jedoch nicht mit dem Vorhandensein von Krebsvor- oder Frühstadien gleichzusetzen. Sollten jedoch Zellveränderungen entstehen, bilden sich diese in einem gewissen Prozentsatz von alleine zurück. Ziel der regelmäßigen Vorsorgeabstriche ist es daher, diejenigen Vorstufen zu entdecken, die sich nicht zurückbilden oder im Verlauf sogar höhergradig eingestuft werden müssen. Diese Veränderungen sind in jedem Fall behandlungsbedürftig!
Wenn nun aufgrund eines auffälligen Zellabstriches der Verdacht auf Zellveränderungen besteht, sollte unter Zuhilfenahme der Beurteilung des Gebärmutterhalses mit Hilfe eines speziellen Mikroskops (Differenzialkolposkopie) und ggf. der Entnahme einer Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bezirk eine endgültige Diagnose gestellt werden.
Diese Differenzialkolposkopie und ggf. die Entnahme einer Gewebeprobe wird in unserer Sprechstunde durchgeführt. Bei der Kolposkopie wird der Gebärmutterhals mit einer 5%igen Essigsäurelösung betupft, was gelegentlich ein leichtes Brennen in der Scheide verursachen kann. Zur Abschätzung der Ausdehnung des Befundes wird anschließend der Gebärmutterhals mit Jod-Lösung betupft.
Um die Diagnose zu sichern, ist häufig eine kleine Gewebeentnahme mit einer kleinen Zange, eine sogenannte Biopsie, erforderlich. Da der Gebärmutterhals nahezu schmerzunempfindlich ist, kann oftmals sogar auf eine örtliche Betäubung verzichtet werden.
Nach Vorliegen des Biopsie-Ergebnisses (nach einigen Tagen) erfolgt unter Berücksichtigung des Zellabstriches, des HPV-Testes und der kolposkopischen Befunde in gemeinsamer Absprache mit der Patientin die Festlegung der weiteren Therapie.
Mögliche Therapieformen sind dabei, je nach Ausprägungsgrad und Lokalisation der Zellveränderungen, eine Entfernung der Dysplasien z.B. durch Muttermundsumschneidung (Konisation) mittels Messer, elektrischer Schlinge oder der Lasertechnik.
Die Sprechstunde wird von Dr. G. Fleckenstein betreut, eine Voranmeldung ist unter Telefon 0551/4963-235 erforderlich.





